Nachhal­tig­keit im Unter­neh­men implementieren

Lesezeit: 2 Minuten
In diesem Artikel erfährst Du, dass die Entwicklung von Basisstrategien, Handlungsfeldern, Zielen und Maßnahmen wesentlich sind für die Implementierung von Nachhaltigkeit im Unternehmen.

Der Überblick

Wer sich für das Implementieren von Nachhaltigkeit in seinem Unternehmen entschieden hat, sieht sich zunächst vor eine große Herausforderung gestellt. Das Thema ist nicht nur sehr vielfältig, sondern auch tiefgreifend. Bei einer nachhaltigen Lieferkette beispielsweise geht es nicht nur um den ökologischen Fußabdruck der bezogenen Ressourcen. Auch die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung und beim Lieferanten sind ausschlaggebend. Damit Nachhaltigkeit erfolgreich implementiert werden kann, benötigt es daher ein fokussiertes und strategisches Vorgehen, bei dem spezielle Themen in den Vordergrund gesetzt und Ziele klar definiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Basis­stra­te­gien und Fokus­the­men festlegen

Je nach Branche steht Nachhal­tig­keit in verschie­de­nen Berei­chen im Fokus. Handelt es sich um ein Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men, gehört beispiels­wei­se die Work-Life-Balan­ce der Mitar­bei­ten­den zu den zentra­len Themen. Produk­ti­ons­fir­men dagegen haben oft lange Wertschöp­fungs­we­ge, bei denen jeder einzel­ne Produ­zent und Liefe­rant betrach­tet werden muss, bevor eine nachhal­ti­ge Liefer­ket­te entste­hen kann. Damit Nachhal­tig­keit effizi­ent und erfolg­reich im Unter­neh­men umgesetzt werden kann, ist deshalb der erste Schritt das Festle­gen von Handlungs­fel­dern und Fokus­the­men. Was für Handlungs­fel­der gibt es in meinem Unter­neh­men? Wo hat nachhal­ti­ges Handeln am meisten Einfluss und Reich­wei­te? Sind diese grund­le­gen­den Fragen geklärt, ist es an der Zeit, eine Strate­gie festzu­le­gen. Soll das Unter­neh­men das gesam­te Geschäfts­mo­dell trans­for­mie­ren und neue Markt­stan­dards setzen oder zuerst nur Risiken minimie­ren? Werden ökolo­gi­sche und sozia­le Anlie­gen zum Ausgangs­punkt des unter­neh­me­ri­schen Erfol­ges oder sind sie ledig­lich Mittel zum Zweck für unter­neh­me­ri­schen Erfolg? Während häufig zunächst mit der Risiko­mi­ni­mie­rung begon­nen und die Aktivi­tä­ten dann sukzes­si­ve ausge­baut werden, kann das volle Poten­zi­al der Nachhal­tig­keit bspw. für sprung­haf­te Innova­tio­nen nur über eine Geschäfts­mo­dell­an­pas­sung gehoben werden.

Ziele und Maßnah­men entwickeln

Der nächs­te Schritt ist das Entwi­ckeln von konkre­ten Zielen und Maßnah­men. Hier kommen die berühm­ten W‑Fragen ins Spiel: Wer macht was, womit, wann und wie? Sollen die Arbeits­be­din­gun­gen deiner Mitar­bei­ten­den verbes­sert werden, kannst du zum Beispiel das Ziel setzen, dass in den nächs­ten fünf Jahren ein Betriebs­kin­der­gar­ten einge­rich­tet werden soll, der die Verein­bar­keit von Familie und Beruf für deine Mitar­bei­ten­den erleich­tert. Solche Ziele benöti­gen des Weite­ren einen Maßnah­men­ka­ta­log, mithil­fe dessen die Umset­zung Schritt für Schritt geplant wird. Nur so wird aus der Vision Nachhal­tig­keit ins Unter­neh­men zu imple­men­tie­ren eine reale Zukunft.

Verant­wort­lich­kei­ten schaffen

Spätes­tens seit der Indus­tria­li­sie­rung ist deutlich, dass Arbeits­tei­lung das A und O von Effizi­enz im Unter­neh­men ist. So verhält es sich auch bei der Imple­men­tie­rung von Nachhal­tig­keit. Es erfor­dert nicht nur eine klare Struk­tu­rie­rung des „Wie“, sondern auch des „Wer“. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, Verant­wort­lich­kei­ten festzu­le­gen, indem zum Beispiel nachhal­tig­keits­be­auf­trag­te Perso­nen oder Arbeits­grup­pen ernannt werden. Ebenso ist zu klären, wie das Thema in die Gover­nan­ce-Struk­tu­ren des Unter­neh­mens integriert wird. Gibt es eine Stabs­stel­le, eine eigene Abtei­lung oder ist ein Vorstand verantwortlich?

Schritt für Schritt ans Ziel

Nachhal­tig­keit im Unter­neh­men dauer­haft umzuset­zen, ist ein großes Projekt. Damit das Unter­neh­men sich auf diesem Weg nicht verirrt oder in einer Sackgas­se landet, ist eine durch­dach­te Strate­gie wie eine Landkar­te, der gefolgt werden sollte. Dabei ist zu beden­ken: Es geht im ersten Schritt nicht um Perfek­ti­on und Vollstän­dig­keit. Es geht darum, erreich­ba­re Ziele zu setzen, die das Kernge­schäft mit Nachhal­tig­keit verbin­det und so langfris­tig zu einer Veran­ke­rung von nachhal­ti­gem Denken, Handeln und Wirtschaf­ten im Unter­neh­men führt.

Dr. Colin Bien

Colin ist Gründer von .nRole. Als promovierter Wirtschaftswissenschaftler mit Nachhaltigkeitsschwerpunkt hat er den Onlineshops True Fabrics gegründet und daher umfassende Kompetenzen im E-Commerce und Onlinemarketing. Zuvor gründete er die Event- und DJ-Agentur Boom le Choc mit. Er co-initiierte das europaweit größte Netzwerk für Nachhaltigkeit an Hochschulen (HOCHN) und hat als freiberuflicher Trainer für den Europäischen Rechnungshof gearbeitet. Erfahrungen in der Nachhaltigkeitsberatung hat er als Werkstudent in verschiedenen Beratungen gewinnen können. Er war Koordinator für Nachhaltigkeitsfragen an der Universität Oldenburg und zuletzt wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg. Colin hat an den Universitäten Oldenburg, Lüneburg und der ESCP Berlin doziert, mit dem Schwerpunkt auf Geschäftsmodellentwicklung grüner Start-ups.

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