Nachhal­tig­keit im Unter­neh­men: Fortschrit­te mit KPI’s messen

Lesezeit: 3 Minuten
In diesem Artikel erfährst Du, wie sich Nachhaltigkeit im Unternehmen messen und Erfolg bewerten lässt.

Der Überblick

Für die Implementierung von Nachhaltigkeit im Unternehmen braucht es eine Nachhaltigkeitsstrategie, klare Zieldefinitionen und die richtigen Denkmuster, wie wir in den vorherigen Artikeln dieser Blogserie besprochen haben. Wer anschließend beginnt, Maßnahmen umzusetzen, der möchte seine Aktivitäten bewerten und Erfolge sichtbar machen. Aus diesem Grund sollte Nachhaltigkeit im Unternehmen immer messbar gemacht werden: Mithilfe der richtigen Key Performance Indicators (KPI).

Inhaltsverzeichnis

Wie kommu­ni­zie­re ich Nachhaltigkeit?

Wie lässt sich Nachhal­tig­keit quanti­fi­zie­ren und messen? Grund­sätz­lich ist es wie im Finanz­be­reich: Voraus­set­zung ist ein solides Accoun­ting, das Kennzah­len (KPIs) festlegt, Daten sammelt, aufbe­rei­tet und auswer­tet. Immer mit dem Ziel, am Ende besser steuern und entschei­den zu können. Das Nachhal­tig­keits­ac­coun­ting ist Teil der Nachhal­tig­keits­be­richt­erstat­tung. Nicht nur daher lohnt sich daher ein Blick auf das Thema.

Pflicht zur Nachhal­tig­keits­be­richt­erstat­tung wird ab 2024 stark ausgeweitet

Seit 2017 gilt für einige Unter­neh­men eine CSR-Bericht­erstat­tungs­pflicht. Diese soll durch die EU ab 2024 im Rahmen der neuen “Corpo­ra­te Sustaina­bi­li­ty Repor­ting Direti­ve” (CSRD) ausge­wei­tet werden. Damit steigt die Anzahl der betrof­fe­nen Unter­neh­men von rund 15.000 auf 50.000 Unter­neh­men. Im Zuge einer Nachhal­tig­keits­be­richt­erstat­tung müssen Unter­neh­men entlang vorab identi­fi­zier­ter ESG-Indika­to­ren Nachhal­tig­keits­da­ten und ‑infor­ma­tio­nen offen­le­gen. Das ist ein erster Schritt zur Erfolgs­mes­sung. Aber auch für die Firmen, die nicht von dieser Pflicht betrof­fen sind, wird die Nachhal­tig­keits­be­richt­erstat­tung und damit das Control­ling zuneh­mend inter­es­san­ter, denn Stake- und Share­hol­der haben vermehrt Inter­es­se an der sozia­len und ökolo­gi­schen Perfor­mance eines Unternehmens.

Standards und Rahmen­wer­ke für ein Nachhal­tig­keits­con­trol­ling sind zahlreich

Für die Bericht­erstat­tung gibt es derzeit kein verpflich­ten­des Rahmen­werk (das ändert sich mit der oben genann­ten CSRD). Doch werden bestimm­te Formen und Kennzah­len von Stake­hol­dern erwar­tet. Deshalb wird empfoh­len, sich an Berichts­stan­dards für Nachhal­tig­keit zu orien­tie­ren. In der Praxis haben sich zwei beson­ders etabliert: die Global Repor­ting Initia­ti­ve (GRI) und der Deutsche Nachhal­tig­keits­ko­dex (DNK). Die Berichts­stan­dards helfen bei der Orien­tie­rung im großen Feld der Nachhal­tig­keit. Beson­ders für Einsteiger*innen kann das sehr hilfreich sein. Es gibt aber noch viel mehr Rahmen­wer­ke und Standards, an denen sich die Bericht­erstat­tung und damit das Control­ling orien­tie­ren kann, wie die nachste­hen­de Grafik zeigt. Jeder dieser Standards enthält KPIs, mit denen die Erfas­sung und Bewer­tung der Nachhal­tig­keits­leis­tung gelingt.

Was sind mögli­che KPIs, um Nachhal­tig­keit zu erfassen?

Indika­to­ren für Nachhal­tig­keit lassen sich in die drei Dimen­sio­nen der Nachhal­tig­keit (Ökono­mie, Sozia­les, Ökolo­gie) katego­ri­sie­ren. Häufig findet man aber anstel­le der Ökono­mie die Gover­nan­ce als Katego­rie (Environ­ment, Social, Gover­nan­ce). Die Kennzah­len umfas­sen sowohl quanti­ta­ti­ve als auch quali­ta­ti­ve Indika­to­ren. Die laut einer Studie am meisten verwen­de­ten Kennzah­len im Nachhal­tig­keits­ma­nag­ment sind die des ökono­mi­schen Berei­ches, da viele Unter­neh­men vor allem das Poten­zi­al Kosten zu sparen sehen. Häufig werden hier klassi­sche Kennzah­len zur Gewinn­ent­wick­lung, Rendi­te­ent­wick­lung oder Produkt­qua­li­tät sowie ‑sicher­heit verwen­det. In der sozia­len Dimen­si­on dagegen gehören KPIs zur Mitar­bei­ter­bin­dung und zu Weiter­bil­dungs­kos­ten zu den belieb­tes­ten. Auch im ökolo­gi­schen Bereich zeigt sich, dass beson­ders Kennzah­len inter­es­sant zu messen sind, die sowohl einen positi­ven Einfluss auf die Umwelt als auch auf die Kosten haben, wie zum Beispiel der Energie- oder Wasserverbrauch.

KPIs müssen mit der Strate­gie im Einklang stehen

Das Einset­zen von KPIs sollte jedoch nicht nach allge­mei­ner Beliebt­heit statt­fin­den. Statt­des­sen sollte auch hier auf die zuvor entwi­ckel­te Nachhal­tig­keits­stra­te­gie geschaut werden. Die zentra­le Frage ist: Welche Verän­de­run­gen möchte ich bewir­ken und wie kann ich diese messbar machen? Einige mögli­che KPIs sind die nachstehenden.

Mögli­che KPI der sozia­len Dimen­si­on der Nachhaltigkeit:

  • Mitarbeiter*innenzufriedenheit
  • Beschäf­ti­gungs­ent­wick­lung
  • Verhält­nis Männer-Frauen
  • Ausga­ben für Fort- und Weiterbildung
  • Arbeits- und Sozial­stan­dards bei Zulieferern
  • Ausga­ben für sozia­les Engagement
  • Mitarbeiter*innenbeschwerden

Mögli­che KPIs der ökolo­gi­schen Dimen­si­on der Nachhaltigkeit:

  • Energie­ver­brauch absolut
  • Wasser­ver­brauch
  • Abfall­men­ge
  • Abwas­ser­men­ge
  • Materi­al­ver­brauch absolut
  • Energie­ver­brauch je herge­stell­tem Produkt
  • THG-Emissio­nen
  • Materi­al­ver­brauch je herge­stell­tem Produkt
  • Anteil an recycel­ten Materialien

Mögli­che KPIs der ökono­mi­schen Dimen­si­on der Nachhaltigkeit:

  • Gewinn­ent­wick­lung (in Relati­on zu Nachhaltigkeitsmaßnahme)
  • Rendi­te­ent­wick­lung
  • Kunden­zu­frie­den­heit
  • Bewer­te­te Risiken
  • Gezahl­te Steuern
  • Beiträ­ge zur lokalen, regio­na­len Wertschöpfung

Erst messen, dann anpassen

Mithil­fe der festge­leg­ten Kennzah­len kann ich die Strate­gie, die gesetz­ten Ziele und Maßnah­men beurtei­len und gegebe­nen­falls anpas­sen. KPIs sind also ein Instru­ment, um besse­re Entschei­dun­gen zu treffen. Zeigt sich bei der Messung des Energie­ver­brauchs, dass die Senkung langsa­mer statt­fin­det als geplant, kann ich meine Maßnah­men überden­ken und anpas­sen. Ebenfalls kann ich meine strate­gi­sche Planung prüfen – aus einem 3‑Jah­res-Ziel wird dann vielleicht ein 5‑Jah­res-Ziel oder im umgekehr­ten Fall sogar nur ein 1‑Jah­res-Ziel. Eine steti­ge Messung von Nachhal­tig­keits­kenn­zah­len hat viele Vortei­le und darf in einem Nachhal­tig­keits­ma­nage­ment nicht fehlen. Denn dadurch kann die Nachhal­tig­keits­stra­te­gie und ihre Umset­zung zuneh­mend effizi­en­ter sowie Erfol­ge und neue Poten­zia­le sicht­bar gemacht werden.

Unsere Empfeh­lung: Daten­er­fas­sung und Bericht­erstat­tung automa­ti­sie­ren mit der ESG-Software von WeShyft

Die Daten­er­fas­sung im Rahmen des Nachhal­tig­keits­ma­nage­ments kann schnell sehr aufwen­dig werden und Ressour­cen binden. Das muss aber nicht sein. Es gibt bereits smarte Tools auf dem Markt, die einem das Leben hier einfa­cher machen. Wir empfeh­len für das Nachhal­tig­keits­con­trol­ling und die Nachhal­tig­keits­be­richt­erstat­tung das Tool von WeShyft.

Dr. Colin Bien

Colin ist Gründer von .nRole. Als promovierter Wirtschaftswissenschaftler mit Nachhaltigkeitsschwerpunkt hat er den Onlineshops True Fabrics gegründet und daher umfassende Kompetenzen im E-Commerce und Onlinemarketing. Zuvor gründete er die Event- und DJ-Agentur Boom le Choc mit. Er co-initiierte das europaweit größte Netzwerk für Nachhaltigkeit an Hochschulen (HOCHN) und hat als freiberuflicher Trainer für den Europäischen Rechnungshof gearbeitet. Erfahrungen in der Nachhaltigkeitsberatung hat er als Werkstudent in verschiedenen Beratungen gewinnen können. Er war Koordinator für Nachhaltigkeitsfragen an der Universität Oldenburg und zuletzt wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg. Colin hat an den Universitäten Oldenburg, Lüneburg und der ESCP Berlin doziert, mit dem Schwerpunkt auf Geschäftsmodellentwicklung grüner Start-ups.

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