Nachhaltigkeit im Unternehmen: Fortschritte mit KPIs messen

Autor Dr. Colin Bien

Autor Dr. Colin Bien

Co-Founder von .nRole | Nachhaltigkeitsexperte

In diesem Artikel erfährst Du, wie sich Nachhaltigkeit im Unternehmen messen und Erfolg bewerten lässt.

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Der Überblick

In den ersten Schritten zur Integration von Nachhaltigkeit in ein Unternehmen haben wir bereits Strategien erarbeitet, Ziele festgelegt und das grundlegende Denken betrachtet. Wer dann anfängt die Maßnahmen umzusetzen, der möchte seine Aktivitäten bewerten und Erfolge sehen können. Aus diesem Grund sollte Nachhaltigkeit im Unternehmen immer messbar gemacht werden: Mithilfe von Key Performance Indicators (KPI).

Wie kommuniziere ich Nachhaltigkeit?

Wie lässt sich Nachhaltigkeit quantifizieren und messen? Grundsätzlich ist es wie im Finanzbereich: Voraussetzung ist ein solides Accounting, das Kennzahlen (KPIs) festlegt, Daten sammelt, aufbereitet und auswertet. Immer mit dem Ziel, am Ende bessere Entscheidungen treffen zu können.

Das Nachhaltigkeitsaccounting ist klassischer Weise ein Teil der so genannten Nachhaltigkeitsberichterstattung. Daher lohnt sich ein Blick auf dieses Thema. Seit 2017 gilt für einige Unternehmen eine CSR-Berichterstattungspflicht. Im Zuge einer Nachhaltigkeitsberichterstattung werden Indikatoren genutzt. Ein erster Schritt zur Erfolgsmessung. Aber auch für die Firmen, die nicht von dieser Pflicht betroffen sind, wird das Nachhaltigkeitsaccounting und sogar das Erstellen eines CSR-Berichtes zunehmend interessanter, denn Stake- und Shareholder haben vermehrt Interesse an der sozialen und ökologischen Performance von Unternehmen. Für das Accounting gibt es kein verpflichtendes Rahmenwerk. Doch werden bestimmte Formen und Kennzahlen von Stakeholdern erwartet, deshalb wird empfohlen sich an Berichtsstandards für Nachhaltigkeit zu orientieren. In der Praxis haben sich zwei besonders etabliert: die Global Reporting Initiative (GRI) und der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK). Die Berichtsstandards helfen bei der Orientierung im großen Feld der Nachhaltigkeit. Besonders für Einsteiger*innen kann das sehr hilfreich sein.

Worauf muss ich in der Nachhaltigkeitskommunikation achten?

Die KPIs für Nachhaltigkeit lassen sich in die drei Dimensionen Ökonomie, Soziales, Ökologie kategorisieren. Sie umfassen quantitative als auch qualitative Indikatoren.

Die, laut einer Studie, am meisten verwendeten Kennzahlen im Nachhaltigkeitsmanagment sind die des ökonomischen Bereiches. Denn viele Unternehmen sehen in Nachhaltigkeit das Potenzial Kosten zu sparen. Hier werden häufig Kennzahlen zur Gewinnentwicklung, Renditeentwicklung oder Produktqualität sowie -sicherheit verwendet. In der sozialen Dimension dagegen gehören KPIs zur Mitarbeiterbindung und zu Weiterbildungskosten zu den beliebtesten. Auch im ökologischen Bereich zeigt sich, dass besonders Kennzahlen interessant zu messen sind, die sowohl einen positiven Einfluss auf die Umwelt als auch auf die Kosten haben, wie zum Beispiel der Energie- oder Wasserverbrauch. Das Einsetzen von KPIs sollte jedoch nicht nach allgemeiner Beliebtheit stattfinden. Stattdessen sollte auch hier auf die zuvor entwickelte Nachhaltigkeitsstrategie geschaut werden. Die zentrale Frage ist: Welche Veränderungen möchte ich bewirken und wie kann ich diese messbar machen? Einige Mögliche KPIs sind die nachstehenden.

Mögliche KPI der sozialen Dimension:

  • Mitarbeiter*innenzufriedenheit
  • Beschäftigungsentwicklung
  • Verhältnis Männer-Frauen
  • Ausgaben für Fort- und Weiterbildung
  • Arbeits- und Sozialstandards bei Zulieferern
  • Ausgaben für soziales Engagement
  • Mitarbeiter*innenbeschwerden

Mögliche KPIs der ökologischen Dimension:

  • Energieverbrauch absolut
  • Wasserverbrauch
  • Abfallmenge
  • Abwassermenge
  • Materialverbrauch absolut
  • Energieverbrauch je hergestelltem Produkt
  • THG-Emissionen
  • Materialverbrauch je hergestelltem Produkt
  • Anteil an recycelten Materialien

Mögliche KPIs der ökonomischen Dimension:

  • Gewinnentwicklung (in Relation zu Nachhaltigkeitsmaßnahme)
  • Renditeentwicklung
  • Kundenzufriedenheit
  • Bewertete Risiken
  • Gezahlte Steuern
  • Beiträge zur lokalen, regionalen Wertschöpfung

Erst messen, dann anpassen

Mithilfe der festgelegten Zahlen kann ich meine Strategie, die gesetzten Ziele und Maßnahmen beurteilen und gegebenenfalls anpassen. KPIs sind also ein Instrument, um bessere Entscheidungen zu treffen. Zeigt sich also bei der Messung des Energieverbrauchs, dass die Senkung langsamer stattfindet als geplant, kann ich meine Maßnahmen überdenken und anpassen. Ebenfalls kann ich meine strategische Planung prüfen – aus einem 3-Jahres-Ziel wird dann vielleicht ein 5-Jahres-Ziel oder im umgekehrten Fall sogar nur ein 1-Jahres-Ziel. 

Eine stetige Messung von Nachhaltigkeitskennzahlen hat viele Vorteile und darf in einem Nachhaltigkeitsmanagement nicht fehlen. Denn dadurch kann die Nachhaltigkeitsstrategie und ihre Umsetzung zunehmend effizienter sowie Erfolge und neue Potenziale sichtbar gemacht werden.

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